

Baugrubenabsicherung wird zur langfristigen Energiequelle
In der Schweiz wurde für den Neubau eines Mehrfamilienhauses eine bestehende Erdwärmesondenanlage gezielt erweitert. Auf dem Grundstück waren bereits zwei 200 Meter tiefe Doppel U 40 mm Erdsonden vorhanden, die ursprünglich für das abgerissene Einfamilienhaus erstellt wurden.
In der Konzeptphase zeigte sich, dass diese bestehende Anlage die Anforderungen nach SIA 384/6 nur knapp erfüllt. Die berechnete durchschnittliche Fluidtemperatur lag nach 50 Jahren bei ca -1.3 °C. Damit war die Anlage grundsätzlich nutzbar, verfügte jedoch nur über eine geringe thermische Reserve.
Um die Betriebssicherheit zu erhöhen und gleichzeitig die Effizienz der Wärmepumpe zu verbessern, wurde das Erdwärmesystem mit separatus Energiepfählen ergänzt. Ziel war es, zusätzliche thermische Leistung zu gewinnen, ohne eine weitere Erdwärmesondenbohrung auszuführen.
Bestehende Bauteile intelligent doppelt nutzen
Das Besondere an diesem Projekt liegt in der Nutzung ohnehin notwendiger Bauteile. Für die Baugrube des Mehrfamilienhauses in Hanglage wurden Bohrpfähle zur Sicherung der Böschungsstabilität erstellt. Diese Pfähle erfüllen während der Bauphase eine wichtige statische Funktion. Nach Fertigstellung der Bauarbeiten werden sie jedoch oft nicht mehr dauerhaft benötigt.
Mit separatus erhalten diese Bauteile einen langfristigen Nutzen. Die Bohrpfähle wurden mit separatus Sonden ausgerüstet und damit zu Energiepfählen aktiviert. So wird aus einer temporären Baugrubenabsicherung ein dauerhafter Bestandteil der Wärmeversorgung.
Insgesamt wurden 11 Bohrpfähle à 9 Meter mit separatus Sonden ausgestattet. Daraus ergeben sich knapp 100 zusätzliche Bohrmeter für das Erdwärmesystem, ohne dass eine einzige zusätzliche Bohrung erforderlich war.
Mehr Sicherheit und bessere Effizienz
Die separatus Energiepfähle ergänzen die bestehenden zwei 200 Meter tiefen Erdsonden. Dadurch wird die thermische Belastung des bestehenden Sondenfeldes reduziert. Gleichzeitig verbessern sich die Betriebsbedingungen der Wärmepumpe, da höhere Soletemperaturen zu einem besseren COP beitragen können.
Durch die intelligente splitpipe Verbindungstechnologie werden die einzelnen Bohrpfähle hydraulisch in Serie geschalten. Dies garantiert den turbulenten Volumenstrom und gleichzeitig muss die Verteileranlage nur um einen Kreis erhöht werden.
Die Ergänzung durch Energiepfähle erhöht damit nicht nur die Anlagensicherheit, sondern auch die Effizienz des Gesamtsystems. Vorallem bei Bestandsanlagen, bei Projekten mit begrenztem Platzangebot oder Ersatzneubauten ist dieser Ansatz besonders interessant.
Erdwärme ohne zusätzliche Bohrung
Dieses Projekt zeigt eindrücklich, wie separatus neue Möglichkeiten für die oberflächennahe Geothermie schafft. Bauteile, die aus bautechnischen Gründen ohnehin erstellt werden, können zusätzlich energetisch genutzt werden. Dadurch entstehen neue Wärmequellen, ohne zusätzlichen Flächenbedarf und ohne zusätzliche Erdsondenbohrung.
Gerade bei Hanglagen, engen Platzverhältnissen oder komplexen Randbedingungen kann dieser Ansatz entscheidend sein. separatus erhöht die Machbarkeit von Geothermieprojekten, senkt den Zusatzaufwand und schafft einen langfristigen Mehrwert aus vorhandenen Bauteilen.
Die Bauarbeiten sind aktuell in vollem Gange. In einem nächsten Schritt werden die Sonden und Energiepfähle unter der Bodenplatte in das Gebäude geführt, bevor die Bodenplatte betoniert wird. Die Inbetriebnahme der Anlage ist auf Anfang 2028 geplant. Wir freuen uns, diese Referenz zu gegebener Zeit mit weiteren Erkenntnissen zu ergänzen.
Die Botschaft ist jetzt schon klar: Mit separatus wird Baugrubenabsicherung zur Energiequelle. So geht effizientes Bauen mit Erdwärme.


